Shinedown

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Reviews

Disturbed & Shinedown in Karlsruhe (Europahalle) am 26.10.2008

Zugegeben, unser Zeitplan war etwas knapp und die Parkplatzsituation vor der Europahalle in Karlsruhe war etwas angespannt, die 2200 Parkplätze davor schienen bereits voll zu sein. Wir wurden dann aber einige hundert Meter weiter in einem Wohngebiet fündig und folgten einfach den Strömen. Da der Mensch ein Herdentier ist liefen auch wir ein paar Metalheads hinterher, schön in Richtung Europabad, wo wir feststellten, dass die führende Gruppe genauso planlos war, wie wir, was das Auffinden des Eingangs der Halle anging. Aber die Halle befand sich erstaunlicherweise zu unserer rechten, die Tourbusse verrieten es uns und sicherheitshalber waren auch Schilder angebraucht wo's langgeht. Wir näherten uns also von hinten.

Den Vorverkaufs- und Presseschalter haben wir auch gleich gefunden und wir bekamen sogar ohne Problem ein Ticket und den Fotopass. Los ging es zur Schlange, die doch schon recht groß war. Es war allerdings auch schon viertel vor Acht und um Acht sollte es schon anfangen. Glücklicherweise kamen wir schnell rein und Alex durfte, nachdem wir den Türmann noch mal auf den Fotopass aufmerksam gemacht hatten, auch mit der großen Kamera rein. Nach einem kurzen Boxenstopp und Jackenabgeben kamen wir gerade rechtzeitig zu "Devour" dem ersten Song vom aktuellen Album "The Sound Of Madness" von Shinedown.
Shinedown live Shindown live

Die Jungs legten überpünktlich um kurz vor 20:00h los, die Halle war zu dem Zeitpunkt auch schon gut gefüllt. Anfangs standen wir relativ weit hinten an der Seite, wo der Sound echt nicht so prall war. Wir sind dann aber beim 2. Song in Richtung Mitte gelaufen, was noch gut möglich war und dort aus war der Sound dann okay. Nach den ersten beiden Stücken gab es dann eine Ansage von Sänger Brent Smith, der Karlsruhe begrüsste und meinte, dass er mehr als geehrt sei hier sein zu können und er bedankte sich auch dafür, dass schon so viele Leute, so früh da waren. Natürlich durfte an diesem Abend auch der Titeltrack zum aktuellen Album nicht fehlen und so wurde "The Sound Of Madness" mit der Frage, ob wir wüssten wie sich der Sound der Verrücktheit anhöre angekündigt. Neben den zahlreich gespielten aktuellen Stücken ließen Shinedown aber auch die alten Songs nicht außen vor. Zu "Leave A Whisper" vom ersten Album leistete Brent dann sogar Animationsarbeit und forderte die Menge mehrmals zum Hochhüpfen nach Anzählen bei "3" auf, was auch von den meisten brav umgesetzt wurde.

Das letzte mal als ich sowas gesehen habe, war bei The Offspring, aber ich fürchte dafür auch immer auf den falschen Konzerten gewesen zu sein. Ach ja, Bühnendeko und Effekte gabe es nicht wirklich, aber dafür machten Shinedown mit vollem Körpereinsatz Action. So war es beispielsweise sehr schön Anzuschauen wie Brent und Gitarrist Stirn an Stirn Ihr Können darboten. Eine Tour ist ja auch immer die Gelegenheit für Werbung und so machte uns Brent auf die Singleauskopplung von "Second Chance" aufmerksam. Wir erfuhren außerdem, dass er 20 Jahre gebraucht hat um diesen Song zu Papier zu bringen. Ich mochte den Song schon auf dem Album sehr gerne und war auch live begeistert. Nach gut 30 Minuten wurden wir gefragt, ob wir bereit seien für Disturbed und damit wurde auch zum letzten Song "Fly From The Inside" übergeleitet. Shinedown hatten das Publikum gut motiviert und die meisten waren wieder auf "3" am Hüpfen. Um 20:42 war damit dann sozusagen die Halbzeit eingeläutet und Shinedown bedankten sich noch einmal ehe sie verschwanden.
Disturbed live Disturbed live

Dann ging erst mal wieder das Licht an und es gab zum Umbau Musik aus der Konserve. Inzwischen war es noch einmal etwas voller, zwar nicht ausverkauft, aber echt gut gefüllt, so dass eine gute Rockkonzert-Atmosphäre aufkommen konnte. Glücklicherweise war es auch nicht so voll, dass man nur gequetscht und geschoben wurde. Ich wurde auch so noch oft genug geschubst, gerempelt und auf die Füße getreten, ist ja normal. Was ich aber nicht verstehe ist, wieso man leere Bierbecher durch die Menge werfen muss? Ich brauche weder eine Bierdusche von oben und auch keine Spritzer, noch einen Becher an den Kopf! Ach und wie war das noch gleich mit dem Rauchverbot. Gilt das jetzt schon wieder nicht mehr, oder nur nicht für Baden-Württemberg? Bäh, es gab leider einige Raucher, aber immer noch nicht so schlimm wie früher. Dennoch war die Luft mies und ich freute mich schon insgeheim auf die Dusche danach, natürlich auch weil mir zwischenzeitlich arg warm war. Aber zurück zur Musik. Halt, eines noch: Die T-Shirt-Preise waren mit 30 EUR pro Stück mal wieder exorbitant hoch, trotzdem gab es leider immer noch genug Dumme, die diese Preise unterstützten und tatsächlich Sachen kauften. Ich verkniff mir das dann aus Prinzip.

Disturbed starteten um 21:13h. Sänger David Draiman kam in Zwangsjacke und Maske auf die Bühne, von der er dann von einem Helfer befreit wurde. Leider hat man das hinten nicht so gut sehen können, zum Glück hatten wir ja einen Fotografen vorne, der das festgehalten hat. Das passte natürlich auch alles prima zum Opener "Perfect Insanity", in dem es schließlich heißt "please let me out"! Im Hintergrund war ein Riesenbanner mit dem Bandlogo zu sehen, auf der Bühne 4 Herrschaften die bereit waren zu rocken und vor der Bühne eine Menge die vor Begeisterung im Stroboskoplicht hüpfte. Das Hintergrundbild wechselte übringens im Laufe der Show noch 3 mal, faszinierend waren die rotausgeleuchteten Augen von dem Dämon-ähnlichen Männchen auf dem "10.000 Fist" Cover und die Ausleuchtung in rot, blau oder weiß machte das ganze noch eindrucksvoller. Disturbed live Disturbed live David forderte uns im Laufe des Abends auch häufiger zum Mitmachen und Fäuste in die Lust werfen auf und man konnte bei neuen und alten Songs schön abfeiern. Die Songauswahl erstreckte sich von Stücken wie bespielsweise "Liberate" vom ersten Album "Believe" über "Just Stop" von "10.000 Fists" natürlich zu einigen aktuellen Songs, klar dass auch hier der Titeltrack "Indestructible" nicht fehlen durfte. Besonders faszinierend fand ich das teuflische Lachen von Sänger David, das man des öfteren zu hören bekam und auch die Stimmgewalt des Kerlchens an sich war beeindruckend.

Sehr nett war außerdem seine Publikums-Anrede "my brothers and sisters, my blood". Die Stimmung war wirklich ganz gut, wenn auch - meiner Meinung nach - nicht kochend. Aber ich war trotzdem zufrieden Songs, wie "Land Of Confusion" zu hören. Nach gut einer Stunde ging dann zum ersten Mal das Licht an, was aber noch nicht das Ende war. Darauf folgten erst mal lautes Klatschen und Zugaberufe und schließlich noch lauteres Trampeln der Menge, was viel eindringlicher klang. Nach 2 Minuten waren Disturbed dann auch überzeugt und kehrten zurück. Allerdings gab es erst einmal eine kleine Standpauke von David, der sich darüber mokierte, dass einige Leute, nicht wenige, auf den Rängen saßen. Er sagte, dass er darüber besorgt sei und dass es, wenn es nach ihm ging, auf Konzerten keine Sitzplätze geben würde. Sitzen würde uns sowieso nur paralysieren, außerdem wären wir hier nicht beim Fernsehschauen, sondern auf einer Rockshow, die Leute sollten gefälligst aufstehen, was dann die meisten auch taten. Auf die Frage, ob wir mit ihm einer Meinung seien erntete er natürlich jede Menge Applaus und einige Lacher von den sowieso Stehenden. Darauf folgen noch 4 Songs und das obligatorische Drum Solo. Das i-Tüpfelchen darunter war der letzte Song "Down With The Sickness" auf den ich den ganzen Abend schon wartete. Yeah! Das war ein schöner Abend, der aber leider um 22:42 h schon etwas früh zu Ende ging. Wobei ich dann angesichts der Heimreise doch froh war, dass es nicht allzu spät wurde, man musste ja schließlich am nächsten Tag wieder arbeiten und das fällt montags bekanntlich immer schwerer.

Autor:  Sabine Jordan

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